Wer uns kennt, weiß, dass wir im Heldenrat-Team regelmäßig intensiv miteinander reflektieren: über unsere eigene Arbeit und Kompetenzen, über aktuelle fachliche Entwicklungen in Organisationen und auch über gesellschaftlichen Wandel und Impact.
Ein Thema treibt uns momentan besonders um – die KI-Transformation. Mit ihr kommt für uns gerade Vieles zusammen. Mit großer Neugier nutzen wir diese neuen bahnbrechenden technologischen Möglichkeiten und gleichzeitig fordern uns die rasanten Entwicklungen auf mehreren Ebenen heraus. Folgende Fragen treiben uns besonders um:
- Wie wird sich unsere Arbeit als Prozessbegleiter:innen und Moderator:innen verändern?
- Welche unserer Kompetenzen werden in der Zukunft noch benötigt?
- Wie wird sich die Gesellschaft als Ganzes verändern?
- Und was hat einen positiven oder auch negativen Impact auf die Menschen und ihre Umwelt?
Vor dem Hintergrund dieser Fragen wollen wir herausfinden, was das, was wir mit der Heldenrat GmbH vielleicht anders machen, konkret ist und was davon für die KI-Transformation besonders relevant werden könnte.
Für unseren Reflexionsprozess schauen wir in den Fundus unserer Erfahrungen und laden herzlich zum Dialog darüber ein. Diese Erfahrungen speisen sich aus mehreren Quellen – zum Beispiel aus unseren Projekten im digitalen Wandel oder der Nachhaltigkeitstransformation, aus Workshops, die wir moderieren, aus der Zusammenarbeit mit Führungskräften, die wir begleiten und auch aus Veranstaltungen wie den Hamburger Nachhaltigkeitsdialogen und unseren Coffee & Talks.
Was ist es, das wir – jenseits von Worthülsen – als „Heldenrat-DNA“ bezeichnen würden? Was zieht sich wie ein roter Faden durch alle Formate, die wir gestalten, hindurch?
Wenn wir den Rückmeldungen der Menschen, die wir begleiten und unseren eigenen Einschätzungen glauben dürfen, dann ist das insbesondere unsere Haltung gegenüber den Menschen, die in unserer Arbeit immer wieder zum Ausdruck kommt. Sie prägt alles, was wir gestalten und zeigt sich zum Beispiel darin:
- Unsere Formate sind darauf ausgerichtet, dass sich jede oder jeder Einzelne gesehen und willkommen fühlt. Deshalb gibt es bei uns immer eine Gelegenheit für alle, sich einzubringen. Wie machen wir das konkret? Zum Beispiel gibt es zu Beginn unserer Workshops oder Veranstaltungen einen Check-in, in dem jede und jeder zu Wort kommen kann. Durch das Einsammeln von Fragen stellen wir sicher, dass keine unbeantwortet bleibt und alle ihren Raum bekommen. Genauso nutzen wir bewusst Methoden, die auch leise Stimmen hörbar machen.
- Unsere eigenen fachlichen Impulse halten wir eher kurz. Sie sollen dazu einladen, sich über die eigenen Erfahrungen und Gedanken zu den Inhalten auszutauschen. Wie machen wir das konkret? Zum Beispiel starten wir einen Impuls mit der Frage „Welche Erfahrungen habt Ihr mit …“. Durch Wortmeldungen der Teilnehmenden und das Teilen ihrer Erfahrungen gelingt uns niedrigschwellig, das Eis zu brechen und Anknüpfungspunkte für den weiteren Austausch zu finden. Auf die genannten Beispiele und Erfahrungen nehmen wir im Laufe der gemeinsamen Arbeit immer wieder gezielt Bezug.
- Und was im ersten Moment vielleicht ganz logisch erscheint, dennoch oft zu kurz kommt: Wir planen immer genug Zeit für die Diskussion ein. Sowohl in unseren Workshops als auch bei (Lehr-)Veranstaltungen halten wir unsereReferenten:innen dazu an, sich kurz zu halten, damit immer Zeit für Diskussionen bleibt. Das mag mit 15 Minuten Impuls bei unseren Coffee & Talks oder Nachhaltigkeitsdialogen wenig erscheinen, dafür bleibt dann aber Raum für gemeinsamen Dialog, sodass jede und jeder im Anschluss Erfahrungen teilen kann. Konkret unterstützen wir diesen Ansatz, indem wir die Impulsgebenden bitten, am Ende ihres Vortrags eine Leitfrage an die Teilnehmenden zu stellen.
- Unsere Formate sind grundsätzlich partizipativ angelegt, sei es in moderierten Workshops, Murmelrunden, Check-ins oder kollegialen Beratungsrunden. Wir achten darauf, dass unsere Formate abwechslungsreich und interaktiv sind – so vergeht die Zeit wie im Flug. Wir planen also nicht nur den konkreten Ablauf eines Formats, sondern wählen gezielt Methoden aus, die Beteiligung vorsehen und die Teilnehmenden zum Mitmachen motivieren.
- Wir wirken integrativ und versuchen unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Wie gelingt uns das? Wir hören zu und fragen nach – mit systemischen Fragetechniken und offenen Fragen, die unsere Gesprächspartner:innen zum Weiterdenken und Antworten einladen. Das geht natürlich nicht ohne eine große Offenheit für das Gesagte.
- Wir sehen den Menschen hinter den Aussagen. Denn jede und jeder ist mehr als die Rolle, die er oder sie in der eigenen Organisation innehat. Auch nach über 20 Jahren sind wir neugierig auf die Geschichten, die Menschen über ihre Arbeit erzählen. Über die Gründe, warum sie vielleicht gerade Widerstand leisten. Darüber, wie es ihnen gerade geht. Vielleicht ist das der zentralste Punkt unserer Haltung: die Wertschätzung, die wir den Menschen entgegenbringen.
- Und was außerdem noch dazu kommt: eine freundliche Beharrlichkeit. Wir bleiben am Ball, behalten den roten Faden im Blick und kommen immer wieder mit den vereinbarten Themen und Zielsetzungen um die Ecke. Stellt Euch vor, jemand holt das Fotoprotokoll vom letzten Workshop wieder raus und fragt konkret: Was ist aus den Verabredungen geworden? Das passiert leider viel zu selten. Aber wir machen das!
Und hilft uns das jetzt bei der KI-Transformation? Wir glauben ja. Denn die Haltung, die in diesen Punkten zum Ausdruck kommt, unterstützt die Interaktion und den Dialog zwischen den Menschen. Hierüber können Beziehungen aufgebaut werden, Vertrauen geschaffen und gemeinsames Reflektieren und Lernen unterstützt werden. Das Gestalten persönlicher Interaktion von Menschen untereinander ist etwas, das KI vermutlich in Ansätzen bereits auch kann. Dann aber wird es irgendwann eine Interaktion zwischen KIs, so wie wir es ja teilweise heute schon erleben, wenn KI-Agenten miteinander interagieren.
Wir glauben: In der Beziehungsgestaltung durch Interaktion und Austausch zwischen Menschen kann nur der Mensch ein vertrauenswürdiger Vermittler sein. KI kann unsere Arbeit fachlich besser machen, etwa in der Sortierung und Clusterung von Antworten, im Ableiten von Maßnahmen, in der Analyse nach Lücken einer Diskussion. Die Magie des Menschlichen passiert allerdings in der zwischenmenschlichen Interaktion. Wir nennen es „Human Intelligence“. Und wir glauben, dass in der Verbindung von künstlicher und menschlicher Intelligenz große Potenziale liegen, um Organisationen zukünftig noch wirksamer zu gestalten und zu einem Ort des Zusammenkommens von Menschen zu machen.

