Die Onlinebefragung wurde von September bis November 2025 durchgeführt und richtete sich an Entscheidungsträger:innen aus der Real‑ und Finanzwirtschaft, die Nachhaltigkeit in ihrer Organisation mitverantworten oder transformationsfördernde Finanz‑ und Investitionsstrukturen gestalten. Insgesamt haben 745 Personen aus 688 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen.
Kommt die deutsche Wirtschaft jetzt wirklich in die Umsetzung?
Der neue Sustainability Transformation Monitor 2026 ist da und zeichnet ein klares Bild. Die Aufbauphase ist in vielen Unternehmen grundlegend abgeschlossen. Die Umfrage zeigt: Strukturen stehen, Daten fließen, Ziele sind gesetzt. Jetzt geht es um den nächsten, entscheidenden Schritt, denn aus all dem muss echte Umsetzung werden – durch Investitionen, Innovationen und mutige Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen.
Doch die Dynamik bricht ein. Politische Achterbahnfahrten – Omnibus 2025, verschobene Regulatorik – lassen Initiativen stocken oder gar hinterfragt werden. Fehlende wirtschaftliche Anreize und ein schwacher Business Case (nur 17% sehen echten Mehrwert) verschärfen das.

In dieser geopolitisch angespannten Lage priorisieren Unternehmen Kurzfristiges vor langfristiger Resilienz. Dies stellt ein ernstzunehmendes Dilemma dar, was besonders Großunternehmen spüren, wo Klimaneutralität teilweise sogar als Wettbewerbsrisiko wahrgenommen wird.
Hier rückt zukünftig wirtschaftliche Tragfähigkeit und politische Verlässlichkeit in den Mittelpunkt. Vorhandene Strukturen müssen in strategische Entscheidungen übersetzt werden, um Zukunftsfähigkeit zu sichern und den ökonomischen Mehrwert von Nachhaltigkeit endlich sichtbar zu machen. Evidenzbasiert diskutieren, Real- und Finanzwirtschaft verzahnen: Das ist der Schlüssel in dieser Phase.
Die Wirkung zählt
Deutsche Unternehmen sind weiter als oft angenommen. Sieben von zehn haben Nachhaltigkeit auf Vorstandsebene verankert, 85% erfassen Treibhausgase, oft sogar schon lieferkettenweit. Und trotz CSRD-Debatten: 75% der künftig nicht mehr berichtspflichtigen Unternehmen wollen freiwillig weiter berichten. Besonders der VSME-Standard ist beim Mittelstand beliebt.

Doch genau an dieser Stelle zeigt sich die nächste Herausforderung besonders deutlich: Bei Themen wie Biodiversität ist Nachhaltigkeit zwar strategisch verankert, entfaltet operativ jedoch oft noch zu wenig Wirkung. Und selbst bei Klimazielen bleibt die Umsetzung trotz hoher Ambition vielerorts hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Die eigentliche Spannung entsteht allerdings auf einer tieferen Ebene: Solange verlässliche politische Leitplanken und wirksame Anreizsysteme fehlen, gewinnen kurzfristige Risiko-Betrachtungen immer wieder die Oberhand über langfristige Transformationsziele.
Gleichzeitig liegt darin auch die Chance. Organisationen, die jetzt konsequent in Effizienz, Innovation und neue Märkte investieren, treiben nicht nur ihre Nachhaltigkeitsagenda voran, sondern sie stärken auch ihre Resilienz in einer zunehmend komplexen und schwer vorhersehbaren Welt. Der Schlüsselfaktor dabei ist die tatsächliche Wirkung: Unsere Erfahrung in der Einführung von Managementsystemen zeigt, dass langer Atem, ein klarer Kompass mit S.M.A.R.T. definierten Zielen und einer systematischen Wirksamkeitsevaluation nötig sind, um komplexe Vorhaben und strategische Weiterentwicklungen von Unternehmen erfolgreich verankern zu können.
Eine externe Begleitung kann dabei mit Blick auf einen sauber strukturierten Prozess unterstützen. Die entscheidende Frage ist also nicht mehr, ob Transformation notwendig ist. Sondern vielmehr, wer es schafft, sie unter den aktuellen Bedingungen tatsächlich wirksam zu machen.
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